Ganz Weinheim zu Gast in der Weststadt PDF Drucken E-Mail

[Weinheimer Nachrichten vom 23. Juni 2008]

Weinheim. Während mehrere Frauen im gemeinsamen Rhythmus und mit verschiedenen Sportgeräten Gymnastik betreiben, gegenüber ein Junge sein Glück beim Torwandschießen mit dem Hockeyschläger versucht und einige Meter weiter ein Mädchen von zwei dicken Gummiseilen in die Luft geschleudert wird, lässt sich der ...

... CDU-Bundestagsabegordnete Dr. Karl Lamers gemütlich von Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard in einer Rikscha an dem bunten Treiben vorbeifahren und gibt augenzwinkernd kleine, spöttische Bemerkungen von sich.

OB in der Backstube

Solche und noch weitere kuriose Szenen erlebten am Wochenende die Besucher des zweiten Weinheimer Weststadtfestes. Während am einen Ende der Straße getanzt wurde, gaben sich am anderen junge Nachwuchsbands aus der Region die Klinke in die Hand. Dazwischen lagen fast 150 Stände, die den Besuchermassen Spiel, Information, Fitnesstraining, Bobbycar-Rennen und noch viel mehr boten. "So früh war ich noch nie in der Weststadt", lachte Oberbürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung Bernhard ins Mikrofon, als der das Weststadtfest offiziell eröffnete. Bereits um halb fünf stand er in der Backstube der Bäckerei von Wolfgang Kress, wo er zum Auftakt dieses Tages seine Wettschulden der verlorenen "Hefezopfwette" beglich und das Backen von Hefezöpfen erlernte, die später für einen guten Zweck auf dem Fest verkauft wurden.

Genauso bunt, abwechslungsreich und unterhaltsam wie der Tag in dem bevölkerungsreichsten Weinheimer Stadtteil werden sollte, ging es bereits zu Beginn vor der "Pappelallee-Bühne" los. Nach der Begrüßung der Gäste durch die Vorsitzende des Vereins "Pro Weststadt", Stella Kirgiane-Efremidis, begann Roland Kern mit einer "politischen Versteigerung".

"RischCar-Touren" versteigert

Die Rikschas, die für das Weststadtfest mit Anspielung auf die Pfarrerin der Lukasgemeinde, Birgit Risch, in "RischCars" umbenannt wurden, standen zwar allen Gästen den Tag über zur Verfügung, doch die ersten drei Fahrten wurden zur Begeisterung der Anwesenden an den Höchstbietenden versteigert. Fahrer und damit die "Motoren" der RischCars waren Heiner Bernhard, Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner und der Grünen-Landtagsabgeordnete Uli Sckerl. "Wir sind wirklich stolz, so viele engagierte Bürger und Mitarbeiter zu haben. Dass das Weststadtfest auch in diesem Jahr zu solch einem großen Erfolg geworden ist, verdanken wir den vielen ehrenamtlichen Helfern, den Kirchengemeinden und ‚Pro Weststadt‘", resümierte Bernhard, der das Fest als ein "wahres Vorzeigeprojekt" bezeichnete. Neben den Weinheimer Vereinen stellten sich an den Ständen, die sich über einen Kilometer auf beiden Straßenseiten erstreckten, auch verschiedene Geschäftstreibende, Kindergärten und andere Institutionen vor. Neben einer Fit- gab es dabei auch eine Kinder-Meile, auf der die kleinen Besucher die verschiedensten Spiele vorfanden, die ein Kinderherz begehrt.

Interkulturelles Angebot

Interkulturell zeigten sich nicht nur die Besucher, sondern auch die vielen verschiedenen Stände mit Speisen und Getränken. Von italienischem Eis über die deutsche Bratwurst bis hin zu den türkischen Pizzen und amerikanischen Süßigkeiten waren alle Länder vertreten. Gerade in Zeiten der EM-Rivalitäten ein ganz besonderes Zeichen. Der Fußball durfte natürlich auch nicht fehlen, und darum wurde ab 20.30 in der Lukasgemeinde für alle Sportfans das Viertelfinalspiel zwischen Holland und Russland übertragen.

"Einmal mehr sind so viele Leute daran beteiligt, ein Fest für die ganze Familie auf die Beine zu stellen. Das kann und darf den Weststädtern wahrlich noch mehr Selbstvertrauen geben", freute sich Stella Krigiane-Efremidis und erwähnte, dass neben den Firmen auch in diesem Jahr wieder viele Privatpersonen für die Tombola gespendet hatten. "Der gesamte Erlös des Weststadtfestes wird voraussichtlich wieder in eine große und vier kleine Spenden aufgeteilt, mit denen wir Projekte unterstützen möchten, die direkt mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten." az

 
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